BAR
Bar ist eine Stadt mit 13.000 Einwohnern, situiert in Montenegro, an der Adriaküste. Wegen dem hier liegendem größtem Seehafen Montenegros (und gleichzeitig einem der größten Seehafens des ehemaligen Jugoslawiens), den Fährverbindungen mit Ancona und Bari und den Anfang der Bahnlinie die Belgrad und Podgorica mit der Küste verbindet ist es ein wichtiges Kommunikationszentrum. Bar teilt sich in Alt und Neu Bar.
In der Antike war die Umgebung Bars von den Illyrern besiedelt. Zu Zeiten der Römer existierte noch keine Stadt, Kaiser Justinian ließ jedoch im 6. Jahrhundert ein älteres Kastell wiederaufbauen, nachdem die Gegend von den Serben verheert worden war. Im 9. Jahrhundert ist Bar als Antibarium erstmals urkundlich erwähnt und es erfolgte die Gründung des Bistums. Bar wurde im späten 10. Jahrhundert zu einem der Zentren des inzwischen slawisch besiedelten Fürstentums (Doclea) Zeta, das sich im 11. und 12. Jahrhundert schrittweise von der byzantinischen Herrschaft löste.
Die letzte Periode der byzantinischen Herrschaft datiert in die Jahre 1166 bis 1183. Danach eroberte Stefan Nemanja die adriatische Küste, und Bar wurde Teil des serbischen Staates der Nemanjiden. Ab dem 14. Jahrhundert wechselte die Stadt häufig den Besitzer. Zeitweise herrschten die Venezianer, die ungarischen oder serbische Könige und Fürsten aus der Familie Balšić über die Stadt. 1443 bis 1571 stand Bar unter der Herrschaft der Republik Venedig, die hier einen Capitano als Regenten einsetzte, der dem Provveditore von Kotor (Cattaro) unterstand. Vom Mittelalter bis zum Ende der venezianischen Herrschaft genoss Bar innere Autonomie, hatte ein eigenes städtisches Statut und prägte eigene Münzen.
1528 wurde Bar zum ersten Mal von den Osmanen eingenommen, 1571 musste sie ihnen schließlich vollständig überlassen werden, die Stadt blieb über 350 Jahre in osmanischem Besitz.
1877 griffen die Montenegriner Bar an und beschossen die Stadt, die dabei zu großen Teilen zerstört wurde. Auf dem Berliner Kongress 1878 erhielt das Fürstentum Montenegro Bar und Ulcinj zugesprochen und erlangte damit Zugang zum Meer. Bar, das schon seit dem 18. Jahrhundert eine Zeit des Niedergangs erlebte, erholte sich nur schwer von den Kriegsschäden. Die am meisten zerstörten Viertel wurden gar nicht mehr aufgebaut und die Bevölkerung stagnierte bei rund 3000 Einwohnern.
1904 gelang dem Italiener Guglielmo Marconi die drahtlose Funkverbindung zwischen Bar und dem am jenseitigen Adriaufer gelegenen Bari. Am 2. November 1908 erhielt die Stadt mit der Antivari-Bahn nach Virpazar am Skutarisee die erste Bahnverbindung in Montenegro. Im Januar 1916 wurde Bar während des Ersten Weltkriegs von österreichischen Truppen besetzt.
Nach dem Krieg wurde die Stadt Teil Jugoslawiens, und in den 1920er Jahren begann der Fremdenverkehr. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Bar von 1941 an zum italienischen Besatzungsgebiet. Bereits im Juli 1941 begannen in der Umgebung die ersten Widerstandsaktionen jugoslawischer Partisanen.
1959 erhielt die Stadt den Normalspurbahnanschluss nach Titograd (Podgorica), aber erst 1979 wurde die Bahnstrecke Belgrad–Bar fertiggestellt. Die Schmalspurbahn nach Virpazar aus dem Jahre 1908 wurde im Jahr darauf eingestellt.
Im Jahr 1979 wurde Bar durch ein schweres Erdbeben zerstört, die Altstadt danach verlassen und unmittelbar an der Küste eine neue Stadt erbaut.
Ulcinj ist die südlichste Stadt Montenegros und liegt an der Adria nahe der Grenze zu Albanien. Ulcinj hat eine sehenswerte Altstadt. Unmittelbar in der Nähe befindet sich der „kleine Stadtstrand“ (mont. Mala Plaža, alb. Plazhi i vogël). Das Stadtbild zeigt die osmanische Vergangenheit, zahlreiche Moscheen wie die Kirchenmoschee und die Namazgjah-Moschee verteilen sich über die ganze Stadt. Ulcinj ist eine touristisch gut erschlossene Stadt mit einer Vielzahl von Hotels und Pensionen. Außerhalb der Stadt beginnt der „Große Strand“ (mont. Velika Plaža / alb. Plazhi i madh), der sich bis zur albanischen Grenze mit einer Länge von 13 Kilometern erstreckt. Somit ist dies der längste Sandstrand an der östlichen Adriaküste. Dazu gehört auch das FKK-Gebiet auf der Insel Ada an der Mündung des Flusses Bojana. Vor dem Jugoslawienkrieg war Ulcinj ein beliebtes Reiseziel für Deutsche, Italiener, Franzosen und Engländer.